Kann man sich Wohnen in Leipzig noch leisten?

Leipzig

Wohnungsknappheit entsteht, wenn zu wenige leere Wohnungen, auf zu viele wohnungssuchende Menschen treffen. Seit mehreren Jahren hat Leipzig einen großen Zuzug. Es gibt zwar in Leipzig noch keine Wohnungsknappheit, doch die Stadt steuert unmittelbar darauf zu. Je knapper die Wohnungen werden, desto mehr kann für sie verlangt werden. Insbesondere bei Neuvermietung werden in Leipzig oft utopische Preise verlangt. 

Und als wäre die Miete, die Menschen in Leipzig bezahlen müssen, noch nicht hoch genug, kann der:die Vermieter:in alle 3 Jahre die Miete um bis zu 20% erhöhen. Das sich die Mieten in den Vierteln auch unterschiedlich entwickeln, hängt vor allem von den dort lebenden Menschen ab. In Leipzig kann man z.B. sehen, dass am Stadtrand und in der Stadtmitte eher wohlhabendere Menschen leben, sich ein Ring um die Stadtmitte zieht (woran die am stärksten betroffenen Gebiete Grünau im Westen und Paunsdorf im Osten angrenzen), in dem die Menschen mit geringem Einkommen leben. Der Grund für diese Verteilung liegt daran, dass in diesen Vierteln die Plattenbauten am meisten vertreten und am billigsten sind. Um solchen Menschen aber auch eine Wohnung in ganz Leipzig bieten zu können, gibt es sogenannte Wohnberechtigungsscheine. Diese sind wie gesagt dazu da, einkommensschwache Wohnungssuchende dazu zu berechtigen, auch in eine sog. belegungsgebundene Wohnung ziehen zu können. Der Bau oder die Sanierung dieser Wohnungen wurde öffentlich gefördert, daher sind sie für eine festgelegten Zeitraum als Sozialwohnungen zu vermieten. Um so einen Wohnberechtigungsschein zu bekommen, muss man entweder Wohngeld oder Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Sozialhilfe oder ALG II) beziehen. Wohngeld können Menschen beziehen, die keine Transferleistungen erhalten, aber dennoch sehr wenig Einkommen haben. SGB II-Leistungen beziehen Menschen, die weniger als den Mindestlohn verdienen oder gar nichts verdienen. Menschen die SGB II beziehen, wird eine bestimmte Quadratmeterzahl, auf die man Anspruch hat, und ein Satz (6,50 € pro Quadratmeter Kaltmiete+Betriebskosten) vorgeschrieben. Der Preis pro Quadratmeter Kosten wird auf Grundlage des Mietspiegels festgelegt.

Text Falvio Kleinwächter


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